Europäische Union fördert deutsch-dänisches Brustkrebszentrum
10.10.2008 −
Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz haben heute Gesundheitsexperten aus Deutschland und Dänemark die Pläne für ein grenzüberschreitendes Brustkrebszentrum vorgestellt.
Gefördert wird das Projekt über das so genannte INTERREG 4A-Programm der Europäischen Union mit bis zu 830.372 Euro.
Die Lead-Partnerschaft hat die Fachhochschule Flensburg übernommen.
„Nach der Akkreditierung des Masterstudiengangs eHealth an der Fachhochschule Flensburg, dem Gewinn beim BMBF Wettbewerb „Gesundheitsregionen der Zukunft“ handelt es sich bei diesem Projekt um einen weiteren wichtigen Baustein der zukünftigen „Gesundheitsregion Nord“ sowie um ein weiteren Beweis der Innovationsfähigkeit unserer Region und derer Bürger, erklärte Prof. Dr. Roland Trill von der FH Flensburg.“
Das übergeordnete Ziel des Projektes sei es, eine Grundlage für den Aufbau eines „Grenzüberschreitenden Brustkrebszentrums“ zu schaffen, um regulär grenzüberschreitende medizinische Dienstleistungen im Bereich der Prävention und Behandlung von Brustkrebs in Süddänemark und im nördlichen Schleswig-Holstein bereitzustellen und auszutauschen.
Voraussetzung hierfür sei der Aufbau und die anschließende Etablierung eines deutsch-dänisches Netzwerks von medizinischen, technischen und administrativen Fachleuten, Patientenorganisationen und weiteren Interessengruppen.
Neben der Fachhochschule Flensburg wird eine Vielzahl verschiedener Institutionen aus Süddänemark und Schleswig-Holstein an den Projektaktivitäten beteiligt sein. Zu den Projektpartnern aus Schleswig-Holstein gehören die Diakonissenanstalt Flensburg, das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, das Institut für Krebsepidemiologie, die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft e.V., die Kassenärztliche Vereinigung, der Berufsverband der Radiologen, die AOK Schleswig-Holstein, der Verband der Angestelltenkrankenkassen, der Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e. V, die Landwirtschaftliche Krankenkasse Schleswig-Holstein und Hamburg, der BKK Landesverband Nord sowie die Selbsthilfegruppe für krebskranke Frauen Konkret e.V. aus Flensburg.
Von der dänischen Seite der Grenze beteiligen sich an den Projektaktivitäten die Region Süddänemark, die Brustkrebszentren der Krankenhäuser in Aabenraa, Vejle und Esbjerg, die Brustkrebs-Screening-Einheit Süddänemarks, das Universitätskrankenhaus Odense sowie die Medcom.
„Dieses Projekt bietet allen Partnern die Möglichkeit von einander zu lernen und die Zusammenarbeit zwischen Süddänemark und Schleswig-Holstein, im Sinne eines vereinten Europas zum Wohle der Bürger beidseits der Grenze, weiter zu intensivieren und zu verbessern“, so Claus Toftgaard, Leiter der Planung und Entwicklung des Gesundheitswesens in der Region Syddanmark.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit soll dazu dienen, ein gegenseitiges Verständnis der Brustkrebsprogramme in Süddänemark („Kraeftplan II“) und Schleswig-Holstein (QuaMadi, BRUSTLife, Mammographie-Screening) zu schaffen und deren Effektivität und Qualität zu vergleichen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse erfolgt anschließend die gemeinsame Entwicklung eines medizinischen, technischen und organisatorischen Konzepts für ein „Grenzüberschreitendes Brustkrebszentrum“.
„Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit soll langfristig dazu führen, dass Brustkrebs früher erkannt wird, dass die Qualität der Diagnose und Therapie von Brustkrebs verbessert wird, dass die Sterblichkeit gesenkt wird, dass kurzfristig grenzüberschreitend medizinische Ressourcen zugänglich sind und dass die Effizienz der Arbeitsvorgänge gesteigert wird. Dieses Projekt öffnet die Tür für eine weitere und engere Zusammenarbeit zwischen Süddänemark und Schleswig-Holstein, verbunden mit einem zukünftigen grenzüberschreitenden Austausch weiterer medizinischer Dienstleistungen bei anderen Krebsarten und Krankheiten“, so Prof. Dr. Roland Trill abschließend.


